Unkraut im Rasen: Kriechendes Fingerkraut rechtzeitig stoppen: So verhindern Sie eine Überwucherung

Stark wuchernde Pflanzen haben die nervige Angewohnheit, sich unaufhaltsam auszubreiten und alles, was sich ihnen in den Weg stellt, zu erdrücken – so auch das Kriechende Fingerkraut. Um Staudenbeete und Rasenflächen vor einer Überwucherung zu schützen, müssen Sie vor allem eins sein: schnell.

Das Kriechende Fingerkraut wäre aufgrund ihrer wuchernden Eigenschaften eigentlich ein guter Bodendecker gegen Unkraut, wäre sie nicht selbst eins. Die Pflanze ist ein anspruchsloser Gast, der in vielen Gärten nicht willkommen ist: Ihre hartnäckigen Wurzeln reichen tief in die Erde und lassen sich nur schwerlich entfernen – wer die kriechenden Stängel oberirdisch ausreißt, muss nicht lange warten, bis das Fingerkraut erneut austreibt. Um die Pflanze an der Ausbreitung zu hindern, müssen Sie Geduld und Ausdauer mitbringen. Im Folgenden stellen wir Ihnen das Unkraut näher vor und verraten Ihnen wirksame Bekämpfungsmethoden. Zum Schluss geben wir Ihnen Tipps zur Vorbeugung mit auf den Weg.

Unkrautfrei

Potentilla reptans: Kriechendes Fünffingerkraut

Das Kriechende Fingerkraut (Potentilla reptans) wird aufgrund seiner fünfzähligen Blätter auch als Fünffingerkraut bezeichnet. Die Pflanze kommt in fast ganz Europa vor und bevorzugt einen stickstoffreichen Boden. Sie breitet sich auf dem Acker, in Staudenbeeten oder auf dem Rasen aus, macht aber auch nicht vor Straßenböschungen Halt. Typisch für das Unkraut sind seine wuchernden Stängel, die an den Knotenpunkten Wurzeln bilden. Diese können bis zu einem Meter in die Erde wachsen, die eigentliche Pfahlwurzel liegt ebenfalls tief in der Erde und erreicht eine Länge von bis zu 45 Zentimetern. Aus diesem Grund lässt sich diese von Hand nur schwerlich entfernen. Ihre ebenfalls fünfzähligen gelben Blüten bildet die Pflanze zwischen Juni und August. Der beste Zeitpunkt, das Kriechende Fingerkraut zu bekämpfen, liegt jedoch im Frühjahr.

Kriechendes Fingerkraut bekämpfen: So gelingt es

Um die mehrjährige Pflanze an der Ausbreitung zu hindern, ist es wichtig, die Mutterpflanze zu entfernen. Der beste Zeitpunkt dafür ist das Frühjahr. Sobald Sie ein Kriechendes Fingerkraut im Garten, auf dem Rasen oder in den Beeten entdecken, können Sie eine der folgenden Bekämpfungsmethoden anwenden: 

Unkrautstecher

Wie anfangs erwähnt, besitzt das Fingerkraut eine tief sitzende Pfahlwurzel, die bis zu 45 Zentimeter lang werden kann. Hinzukommt, dass die Pflanze sogenannte Wurzelausläufer an den Knoten bildet, die sich unter der Erde miteinander verzweigen. Somit ist die effektivste Methode, das Unkraut zu bekämpfen, wenn Sie sowohl die Pfahlwurzel als auch möglichst viele Ausläufer entfernen. Das kostet Zeit und Kraft, aus diesem Grund sollten Sie einen Unkrautstecher und eine Grabegabel zur Unterstützung einsetzen. Stechen Sie damit so tief wie möglich in die Erde, um das Kriechende Fingerkraut restlos zu entfernen. Je mehr Wurzeln Sie übersehen, desto schneller treibt die Pflanze neu aus. 

Alternativ können Sie auch Herbizide einsetzen. Hierbei sollten Sie jedoch beachten, dass chemische Unkrautvernichter nicht nur das Fingerkraut bekämpfen, sondern auch die umliegenden Pflanzen. Eine bessere Methode wäre deshalb, dem ungebetenen Gast den Aufenthalt so ungemütlich wie möglich zu machen: Da das Unkraut einen stickstoffhaltigen Boden bevorzugt, reduzieren Sie den Stickstoffgehalt, indem Sie Sand über die Erde streuen und einarbeiten. Anschließend streuen Sie neue Rasensamen aus, um das Wachstum der Wiese zu stärken. Wichtig hierbei ist, dass Sie neuen Rasenschnitt direkt beseitigen, da er wiederum den Boden mit neuem Stickstoff versorgen würde. 

Grabegabel

Diese vorbeugende Maßnahmen können Sie treffen

Damit sich das Kriechende Fingerkraut nicht in Beeten und auf Rasenflächen ausbreitet und anderen Pflanzen ihren Platz streitig macht, können Sie das Unkraut mit folgenden Maßnahmen frühzeitig in Schach halten:

Unkraut jäten: Je häufiger Sie das Fingerkraut samt Wurzeln aus dem Boden lösen, desto höher ist die Chance, dass sich der ungebetene Gast nicht ungehindert ausbreitet. Besonders gut aus der Erde entfernen lässt sich Unkraut im Übrigen, nachdem es geregnet hat.Um Ihre Beete möglichst unkrautfrei zu halten, kann es hilfreich sein, den Boden rund um die Pflanzen herum mit Rindenmulch abzudecken. Es hindert das Kriechende Fingerkraut nicht daran, zu wachsen, aber es verlangsamt die rasante Ausbreitung. Ergänzend dazu können Sie ein sogenanntes Unkrautvlies einsetzen, das direkt unter dem Mulch (oder Kies) platziert wird. Das Material ist zwar wasserdurchlässig, aber erschwert es unerwünschten Pflanzen wie dem Fingerkraut zu keimen. Bodendecker sind ein natürliches Hilfsmittel gegen Unkraut. Je dichter die Pflanzen in die Erde gesetzt werden, desto schneller bildet sich ein undurchdringlicher Teppich, der ungebetenen Gästen wie dem Fingerkraut die Möglichkeit nimmt, stark zu wuchern.Eine weitere Maßnahme zur Vorbeugung wäre die Samenkontrolle, sprich: Sobald das Kriechende Fingerkraut zu blühen beginnt und anschließend ihre Samen im Garten verteilen würde, um sich noch weiter auszubreiten, entfernen Sie die Pflanzen umgehend. 

Quelle: Mein schöner Garten

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