Europäische Hafen-Allianz gegen Drogenhändler gegründet

Eine Europäische Hafen-Allianz will gemeinsam gegen Drogenhändler und andere Kriminelle vorgehen. Das Bündnis von knapp 20 Häfen wurde am Mittwoch im belgischen Antwerpen aus der Taufe gehoben. Von deutscher Seite sind Hamburg und Bremerhaven beteiligt. Neben nationalen Ermittlungsbehörden unterstützen auch Europol, die Grenzschutzagentur Frontex und private Schifffahrtsverbände die Allianz.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) begrüßte die Initiative Belgiens, das in diesem Halbjahr den rotierenden EU-Ratsvorsitz innehat. Es gehe um ein „schärferes und international koordiniertes Vorgehen gegen den Handel mit Kokain und anderen Drogen„, erklärte sie. „Wir brauchen einen maximalen Ermittlungsdruck.“

Drogenhändler aus Lateinamerika und dem Nahen Osten überschwemmen derzeit Europa mit Kokain und anderen Drogen und nutzen dafür meist Schiffscontainer. EU-Justizkommissarin Ylva Johansson erklärte, 70 Prozent der beschlagnahmten Drogen würden auf dem Seeweg in die Europäische Union geschmuggelt. Sie sagte der Nachrichtenagentur AFP, es sei „offensichtlich, dass wir nicht nur in einem Hafen dagegen vorgehen können, weil die Kriminellen dann sofort auf einen anderen Hafen ausweichen“.

Belgien ist besonders betroffen: In den Containerhäfen Antwerpen und Zeebrugge beschlagnahmte der Zoll im vergangenen Jahr insgesamt 121 Tonnen Kokain, das war ein neuer Höchststand in Europa. In Hamburg waren es zuletzt nach offiziellen Angaben „nur“ knapp zehn Tonnen im Jahr 2022, in Bremen eine weitere Tonne Kokain.

Die Bundesregierung will im Mai eine internationale Konferenz in Hamburg ausrichten, um die deutschen Häfen besser zu schützen. „Wir sehen, wie Drogenbanden versuchen, Hafenarbeiter für ihre illegalen Deals einzuspannen“, hatte Faeser dazu unlängst gesagt.