Gesellschaft: Landesbischof warnt vor erneuter Judenfeindlichkeit

Alljährlich wird am 27. Januar vielerorts in Sachsen an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Wie ist mit Antisemitismus und Rassismus heute umzugehen?

Zum Holocaust-Gedenktag hat sich Landesbischof Tobias Bilz besorgt über neuerliche Judenfeindlichkeit geäußert. „Mit Erschrecken nehmen wir wahr, wie tief verankert Judenfeindlichkeit noch in unserer Gesellschaft ist und wie sie derzeit wieder offen zutage tritt“, sagte der Leiter der evangelischen Landeskirche der Deutschen Presse-Agentur. „Wir setzen uns deshalb ein für Begegnung mit Menschen jüdischen Glaubens, politische Bildung und Besuche von Gedenkstätten.“

Er habe lange geglaubt, dass das mit dem Gedenktag verbundene „Nie wieder!“ selbstverständlich sei, erklärte Bilz. „Manch politische Position macht deutlich, dass dem nicht so ist.“ Der Platz der Kirche sei bei den Menschen, die an den Rand oder herausgedrängt werden sollen. „Jüdinnen und Juden sind unsere Glaubensgeschwister.“

Zum Holocaust-Gedenktag gab es am Sonnabend vielerorts Veranstaltungen. „Wir erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus, um nicht zu vergessen“, schrieb Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) auf der Plattform X (früher Twitter). „Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, Rassismus und Antisemitismus niemals unwidersprochen zu lassen und entschieden entgegenzutreten.“ So eine menschenverachtende Tragödie dürfe nie wieder geschehen, betonte Kultusminister Christian Piwarz (CDU) ebenfalls auf X. „Toleranz, Respekt, Mitgefühl und der gemeinsame Dialog sind das Gebot für ein friedliches Miteinander.“

Am 27. Januar 1945 hat die Rote Armee das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau befreit. An diesem Jahrestag wird bundesweit an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert.

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