Geheimtreffen in Potsdam: Deportationspläne gehen selbst Frankreichs oberster Rechten Le Pen zu weit

Marine Le Pen ist die führende Rechtsaußenpolitikerin Frankreichs, ihre Partei ist mit der AfD verbündet. Nun kritisiert sie die Deutschen. Grund: Deren Rolle bei Geheimtreffen in Potsdam und die Deportationspläne.

Die Chefin der französischen Rechtsaußen-Partei Rassemblement National, Marine Le Pen, will mit der AfD über die umstrittene Konferenz in Potsdam reden, in der es auch um massenhafte Deportationen gegangen sein soll. Sie sehe sich in deutlichem Widerspruch zu dem, was dort besprochen worden sein soll, sagte die französische Politikerin in Paris. 

Le Pen: „Wichtige Differenzen“ zur AfD

„Wir werden gemeinsam über so wichtige Differenzen diskutieren müssen und sehen, ob diese Differenzen Auswirkungen auf unsere Fähigkeit haben, uns in einer Gruppe zu verbünden oder nicht“, sagte sie mit Blick auf die bisherige Fraktionsgemeinschaft im Europäischen Parlament (EP). Dabei geht es vor allem um Vorstellungen einer sogenannten Remigrationspolitik. Sie sei damit absolut nicht einverstanden.

Mario Müller Identitäre Bewegung

Nach einem Bericht des Recherchekollektivs Correctiv soll bei der Konferenz, an der neben Rechtsextremisten auch AfD-Funktionäre und CDU-Mitglieder teilnahmen, über die massenweise Deportation von Migranten aus Deutschland gesprochen worden sein. 

AfD: Pläne beträfen abgelehnte Asylbewerber

Die AfD dementiert dies und betont, es sei nicht um Deportationen, sondern etwa um Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber gegangen. Der Bericht hatte große Demonstrationen gegen Rechtsextremismus in vielen deutschen Städten ausgelöst.

Rechtes Netzwerktreffen Potsdam Chronik14:19

RN und AfD gehören gemeinsam zu der rechtsgerichteten Fraktion Identität und Demokratie, zu deren Mitglieder etwa auch die Lega in Italien oder die FPÖ in Österreich zählen. Le Pen will 2027 einen erneuten Versuch unternehmen, in Frankreich die Präsidentschaftswahlen zu gewinnen.