GDL-Chef: Werden weiterhin für unsere Forderungen kämpfen

GDL-Chef Claus Weselsky hat dem Bahn-Management die Schuld an dem festgefahrenen Tarifkonflikt gegeben und betont, die Gewerkschaft werde an ihren Forderungen festhalten. Die Eisenbahnerinnen und Eisenbahner hätten in der Tarifrunde „berechtigte Forderungen“ und die GDL werde weiterhin für diese Forderungen kämpfen, sagte Weselsky am Freitag bei einer Kundgebung der Gewerkschaft in Dresden. Ziel sei es, zum Januar 2028 die 35-Stunden-Woche „bei gleichbleibendem Lohn“ zu haben.

Es gehe darum, Ursache und Wirkung nicht zu verkennen – verantwortlich für den aktuellen Zustand der Bahn seien „Fehlentscheidungen der Politik“ wie die Privatisierung des Konzerns, fuhr der Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer fort. 

Die GDL bestreikt seit Dienstagabend den Güterverkehr und seit Mittwochmorgen den Personenverkehr der Deutschen Bahn. Der Ausstand soll erst am kommenden Montagabend enden und wäre damit der längste GDL-Streik in der Geschichte der Bahn. Die Tarifverhandlungen liegen auf Eis. Hauptstreitpunkt ist die Forderung der GDL nach einer schrittweisen Absenkung der Wochenarbeitszeit für Schichtbedienstete bei vollem Lohnausgleich.

Nachdem die Bahn darüber zunächst nicht verhandeln wollte, machte sie kürzlich das Angebot eines Wahlmodells. Damit können Lokführer auf 37 Wochenstunden heruntergehen, müssen im Gegenzug aber auf eine zusätzliche angebotene Gehaltserhöhung verzichten.

Weselsky bezeichnete dieses Angebot am Freitag als „Unverschämtheit“ den Beschäftigten gegenüber. Diese hätten schon seit zehn Jahren grundsätzlich die Möglichkeit, ihre Arbeitszeit über Teilzeitmodelle abzusenken.