Deutsche Bahn: Mega-Streik der Lokführer hat begonnen, Weselsky teilt weiter gegen Bahn-Management aus

Bundesweit hat am frühen Mittwochmorgen bei der Deutschen Bahn der Streik der Lokführer im Personenverkehr begonnen. GDL-Chef Claus Weselsky verteidigt den Mega-Streik und kritisiert einmal mehr das Bahn-Management.

Der Lokführerstreik bei der Deutschen Bahn hat wie angekündigt begonnen. Der Notfahrplan für den DB-Personenverkehr sei wie geplant angelaufen, erklärte die Deutsche Bahn am Mittwochmorgen. Im gesamten Fern- und Regionalverkehr komme es bis einschließlich Montag zu massiven Beeinträchtigungen durch den Streik der Lokführergewerkschaft GDL. 

Deren Chef Claus Weselsky teilte unterdessen im ZDF-„Morgenmagazin“ weiter gegen das Unternehmen aus: „Was die Deutsche Bahn AG macht, ist nichts anders als die wiederholende Ablehnung aller Forderungen“, kritisierte er. Die Bahn bewege sich nur millimeterweise. Auf die Frage, wann die Gewerkschaft wieder verhandeln werde, sagte der Gewerkschafter: „Sobald die Deutsche Bahn vom hohen Ross herunter kommt.“

Die Bahn erklärte zum Streikbeginn, mit dem Notfahrplan biete das Unternehmen „den Fahrgästen im Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr ein stark reduziertes, aber verlässliches Angebot an Fahrten“. Die Bahn rate Reisenden im Fernverkehr, frühzeitig einen Sitzplatz zu reservieren. Im Regionalverkehr sei es das Ziel, ein stark reduziertes Angebot zu fahren. „In welchem Umfang dies möglich ist, unterscheidet sich regional stark“, erklärte die Bahn. Sie empfahl, sich 24 Stunden vor Fahrtantritt über die geplante Verbindung zu informieren.

STERN PAID 26_23 Titel Bahn Interview Huber 6.30

Weselsky zum Mega-Streik bei der Deutschen Bahn: verhältnismäßig, rechtmäßig, zulässig

Die GDL hatte zu dem Ausstand aufgerufen, der um 2 Uhr in der Nacht zum Mittwoch im Personenverkehr begann. Enden soll der Streik am Montag, 29. Januar, um 18 Uhr. Der Güterverkehr der Bahn wird bereits seit Dienstag um 18 Uhr bestreikt.

In der aktuellen Tarifrunde bei der Bahn, die Anfang November begonnen hatte, ist der Mega-Streik der vierte: Im November und Dezember untermauerte die Gewerkschaft ihre Forderungen mit einem je eintägigen Warnstreik, im Januar folgte ein dreitägiger Ausstand. Weselsky verteidigte den aktuellen Ausstand, den vierten und längsten Streik in dieser Tarifrunde: „Das ist verhältnismäßig, das ist rechtmäßig, und es ist zulässig – drei Elemente, die die Gerichte geprüft haben.“ Dass ein Streik Kunden im Personen- und Güterverkehr treffe, sei nicht zu vermeiden. „Wir müssen länger und auch härter streiken, weil das Management der Bahn beratungsresistent ist.“ Kernforderung der GDL ist eine Absenkung der Wochenarbeitszeit von 38 auf 35 Stunden. Die Bahn bietet bislang ein Wahlmodell zur Arbeitszeitreduzierung um eine Wochenstunde ab 2026.

Bilder des Tages 8.36

In der Galerie: Die Bilder des Tages erzählen kleine und große Geschichten aus der ganzen Welt