Angriffe im Roten Meer: Reederei Maersk meidet „bis auf Weiteres“ Durchfahrt

Wegen der anhaltenden Angriffe jemenitischer Rebellen auf Frachtschiffe im Roten Meer will der dänische Reederei-Konzern Maersk das Gewässer „bis auf Weiteres“ meiden. „Alle Maersk-Schiffe (…) werden nach Süden um das Kap der Guten Hoffnung umgeleitet“, erklärte das Unternehmen am Freitag. „Alle verfügbaren Informationen bestätigen, dass das Sicherheitsrisiko weiterhin auf einem sehr hohen Niveau liegt.“

Seit dem Beginn des Krieges zwischen Israel und der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas Anfang Oktober hat die im Jemen ansässige pro-iranische Huthi-Miliz wiederholt Frachtschiffe im Roten Meer attackiert. Die Huthis erklärten, sie griffen aus Solidarität mit den Palästinensern Schiffe an, die Verbindungen zu Israel hätten. Seit Mitte November wurden 25 Handelsschiffe angegriffen.

Das Rote Meer und der Suezkanal verbinden das Mittelmeer mit dem Indischen Ozean und bilden so eine zentrale Handelsstraße, über die bis zu zwölf Prozent des Welthandels abgewickelt werden. Der Jemen liegt an der Meerenge Bab al-Mandeb zwischen dem Roten Meer und dem Golf von Aden.

Der Chef der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO), Arsenio Dominguez, hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass aktuell 18 Reedereien ihre Schiffe umleiten. Sie fahren statt durchs Rote Meer um Afrika herum. Das bedeutet laut Dominguez eine Verlängerung der Fahrtzeit um zehn Tage und „steigende Frachtraten“.

Maersk hatte zunächst Ende vergangenen Jahres angekündigt, den Verkehr durch das Rote Meer wieder aufzunehmen. Nach einem Angriff auf eines ihrer Schiffe setzte die Reederei die Durchfahrt jedoch wieder aus, zunächst für 48 Stunden. Diese Anordnung wurde nun auf unbestimmte Zeit verlängert.

„Wir sind uns der möglichen Auswirkungen dieser Entscheidung auf Ihre Logistikabläufe bewusst“, erklärte Maersk gerichtet an seine Kunden. „Aber Sie können versichert sein, dass alle Entscheidungen sorgfältig abgewogen wurden und die Sicherheit unserer Schiffe, unserer Seeleute und Ihrer Ladung an erster Stelle steht.“