Reemtsma-Entführer Drach zu 15 Jahren Haft und Sicherungsverwahrung verurteilt

Das Kölner Landgericht hat den früheren Reemtsma-Entführer Thomas Drach am Donnerstag wegen mehrerer bewaffneter Raubüberfälle auf Geldtransporter zu 15 Jahren Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Es sah es als erwiesen an, dass der mehrfach vorbestrafte Schwerkriminelle in den Jahren 2018 und 2019 Geldtransporter in Köln, am Flughafen Köln-Bonn sowie in Frankfurt am Main überfiel und dabei auch auf Sicherheitsleute schoss.

Wegen dieser Schüsse auf die Mitarbeiter der Sicherheitsunternehmen ging das Gericht unter anderem auch von versuchtem Mord aus. Der Vorsitzende Richter stellte in der Urteilsbegründung fest, dass „bei zwei der Taten rücksichtslos von der Schusswaffe Gebrauch gemacht worden“ sei. Dabei seien zwei Sicherheitsmitarbeiter erheblich verletzt worden. Dem Angeklagten sei das „Wohl und Wehe“ der Opfer „völlig egal“ gewesen, fügte der Richter an.

Das Urteil entsprach der Forderung der Staatsanwaltschaft, die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert. Drach gilt als einer gefährlichsten Schwerverbrecher Deutschlands, sein Name ist untrennbar mit der Entführung des Mäzens Jan Philipp Reemtsma 1996 verbunden. 

Das streng gesicherte Verfahren dauerte bereits seit Februar 2022. Das Urteil erging nun am 100. Verhandlungstag. In seinem letzten Wort hatte Drach am Donnerstag einen „glasklaren Freispruch“ gefordert. Gegen die Staatsanwaltschaft erhob er schwere Vorwürfe, so habe die Anklagevertreterin in dem Verfahren „nur abstruse Behauptungen aufgestellt“, sagte Drach.

Die Entführer um Drach hielten Reemtsma 1996 rund einen Monat lang gefangen, bevor der Erbe einer Tabakdynastie gegen Zahlung eines Lösegelds in zweistelliger Millionenhöhe freikam. Für die Tat wurde Drach 2000 zu 14 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Noch während seines Gefängnisaufenthalts wurde er wegen versuchter Anstiftung zur Erpressung erneut verurteilt. Im Oktober 2013 kam er frei.