Bundesliga: Schultz mit Optimismus und Offensivfußball

Im Kampf um den Klassenerhalt setzt der von einer Transfersperre geplagte 1. FC Köln auf Timo Schultz als neuen Cheftrainer. Der frühere St. Pauli-Coach betont: „Wir schaffen das.“

Gelassen und betont optimistisch stellte sich Timo Schultz als neuer Cheftrainer beim Tabellenvorletzten 1. FC Köln vor. Der prekären Situation beim Fußball-Bundesligisten ist sich der 46-Jährige, der exakt zwei Wochen nach der Trennung von Vorgänger Steffen Baumgart seinen ersten Arbeitstag hatte, durchaus bewusst: „Wir haben nur zehn Punkte, nur zehn Tore – diese Bilanz müssen wir aufpolieren.“ Dass das gelingt, und der siebte Kölner Abstieg verhindert werden kann, dessen ist er sich sicher: „Es ist noch nicht mal die Hinrunde vorbei. Es ist genug Zeit, das wieder geradezurücken.“

Schon am Donnerstagvormittag leitete Schultz, der im September nach nur wenigen Monaten beim Schweizer Erstligisten FC Basel freigestellt wurde und zuvor 17 Jahre lang als Spieler, Nachwuchstrainer sowie Co- und Cheftrainer bis 2022 beim Zweitligisten FC St. Pauli unter Vertrag stand, die erste Einheit in Köln. Die Regenjacke trug er im Arm, als er mit einem freundlichen „Sieht doch gut aus hier“ als Erster auf den Platz marschierte.

Seine Vorgabe für die kommenden Trainingseinheiten: „Es geht darum, mit geringem Aufwand großen Ertrag zu erzielen, an der ein oder anderen Stellschraube zu drehen“, sagte Schultz. „Und ja, wir werden künftig gemeinsam viel Zeit am Geißbockheim verbringen“, sagte Schultz den Spielern, mit denen er die kommenden zwölf Monate auskommen muss.

Neuzugänge wird es nach der vom Internationalen Sportgerichtshof Cas verhängten Transfersperre bis Anfang 2025 nämlich nicht geben. „Das ist jetzt nunmal so, aber ich habe die Überzeugung, dass wir trotzdem eine gute Mannschaft haben, die die Fähigkeit hat, die Richtung zu ändern. Ich habe Spaß daran, ich habe Lust darauf“, betonte der Trainer.

Dieser Optimismus überzeugte auf der Suche nach einem Baumgart-Nachfolger letztlich die Kölner Club-Bosse. „Timo hat uns sehr überzeugend vermittelt, dass mit dieser Mannschaft der Klassenerhalt möglich ist“, erzählte FC-Sport-Geschäftsführer Christian Keller. Der gebürtige Norddeutsche bringe „die Persönlichkeit und die Kompetenz mit, um das Leistungspotenzial unserer Mannschaft zu heben“, sagte Keller.

Der neue Job dürfte für Schultz dennoch eine schwierigere Mission werden: Sportlich lief es in dieser Saison bei den Kölner bislang überhaupt nicht. Nach nur zwei Siegen in 16 Spielen liegt der Club auf einem direkten Abstiegsplatz und hat in der Tabelle drei Punkte Abstand zum 15. Rang. Hinzu kommt die Transfersperre. Und auch der Schatten des bei den FC-Fans noch immer beliebten Vorgängers Baumgart ist groß.

Baumgart und Köln beendeten kurz vor Weihnachten, einen Tag nach der 0:2-Niederlage bei Union Berlin, ihre eigentlich bis 2025 vereinbarte Zusammenarbeit vorzeitig. Doch die Spielphilosophie soll weitergeführt werden. „Die Art wie Timo Fußball spielen lässt, passt gut zu unseren Rahmen-Parametern“, sagte Keller. „Aggressiv-Vorwärts-Denken trifft es am besten. Das ist auch meine Vorstellung von Fußball“, sagte Schultz der betonte: „Wenn der 1. FC Köln anruft, muss man nicht lange überlegen.“

Bereits am Samstag (14.00 Uhr) wird der neue Cheftrainer das erste Mal bei einem Spiel der Kölner auf der Bank sitzen, im Testspiel beim Drittligisten Rot-Weiss Essen. Das erste Bundesliga-Spiel mit dem neuen Trainer bestreiten die Kölner am 13. Januar (15.30 Uhr/Sky) zu Hause gegen den 1. FC Heidenheim.

Mitteilung des Vereins