Top Rundenzeit: Porsche Taycan schlägt Super-Tesla auf der Nordschleife – warum das keine Überraschung ist

Porsche läutet das neue Jahr mit einer Erfolgsmeldung ein: Mit einem Taycan-Vorserienauto schlug man den eigenen Elektro-Rekord um satte 26 Sekunden. Auch Tesla ließ Porsche hinter sich. Letzteres ist aber wenig verwunderlich.

Porsche meldet zum neuen Jahr das „schnellste Elektroauto aus Zuffenhausen“. Gemeint ist ein Vorserienmodell des Porsche Taycan, den der Hersteller offenbar großzügig überarbeitet hat – wenn auch bisher nicht im Detail bekannt ist, wie. Demnach gelang dem Testfahrer Lars Kern die Umrundung der Nordschleife in 7 Minuten und 7 Sekunden. Damit ist die Neuauflage des Elektroautos schon jetzt 26 Sekunden schneller als das vorige Modell.

„Die Distanz zwischen dem Vorserienauto und dem aktuellen Turbo S beträgt damit über 1,3 Kilometer“, freut sich das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Doch nicht nur sich selbst hat Porsche damit geschlagen: Mit der aktuellen Zeit schlug Porsche auch das Tesla Model S Plaid, das im September 2021 zunächst mit 7:35 Minuten den bisherigen Rundenrekord für viertürige Autos aufgestellt hatte und damit die Konkurrenz alt aussehen ließ.

Schon damals kündigte Tesla-Chef Elon Musk an, dass man das auch besser hinkriegen könnte, wenn man das Tesla Model S aerodynamisch modifizieren, die Bereifung ändern und die Bremsen tauschen würde. Nachgelegt hat das Unternehmen mit der Umrüstung dann im Juni 2023 und brachte es auf eine Rundenzeit von 7 Minuten und 25,23 Sekunden. Im Unterschied zu dem vorigen Model S Plaid wurde das Fahrzeug mit dem „Track-Paket“ ausgestattet, welches theoretisch für 18.435 Euro über Tesla erhältlich, derzeit aber nicht auf Lager ist.

Fotostrecke Bugatti Chiron Super Sport 13.52

Porsche stößt in Hypercar-Regionen vor

Mit der neuen Zeit ist Porsche dennoch um ein Vielfaches schneller – und kratzt sogar an der Leistung elektrischer Hypercars wie dem Rimac Nevera, der die Strecke in 7:05,298 bewältigte. Mitte März will Porsche ein Video der Rekordfahrt bereitstellen.

Auch wenn sich Auto-Enthusiasten aktuell darauf stürzen, dass Porsche Tesla vom Thron gestoßen hat, ist der neue Rekord wenig verwunderlich. Der Sportwagenhersteller aus Zuffenhausen optimiert seine Fahrzeuge seit Jahrzehnten auf Rundenzeiten und bestmögliche Rennstreckenperformance. Die Erfahrung in diesem Bereich ist bei Porsche also ebenso groß wie der Ehrgeiz, immer bessere Ergebnisse einzufahren. 

Das Tesla Model S Plaid hingegen war beim ersten Rekord nicht einmal modifiziert, sondern entsprach dem serienmäßigen Auto ab Werk. Erst im zweiten Anlauf kamen einige neue Teile dazu. Den Marketing-Effekt der guten Rundenzeiten nahm Tesla natürlich gerne mit, verfolgte aber keine umfassende Fahrzeugoptimierung für noch bessere Ergebnisse.

AMG One Nordschleife 19.00

Der Taycan, der nun den Rekord aufgestellt hat, ist hingegen ein Vorserienfahrzeug, bei dem Porsche nicht nur aus den Erfahrungen mit dem aktuellen Modell gelernt, sondern auch dessen Entwicklung auf das Erreichen solcher Rennstreckenzeiten optimiert hat. Der Vergleich, auch wenn er zur besseren Veranschaulichung durchaus gezogen werden kann, hinkt also ein wenig. Das könnte auch der Grund dafür sein, warum Porsche andere Hersteller in der Pressemitteilung mit keiner Silbe erwähnt.

Porsche hält mehrere Nordschleifen-Rekorde

Porsche hält übrigens auch den Rekord für die bisher schnellste Runde auf dem Nürburgring überhaupt: Mit einem Porsche 919 Hybrid Evo gelang es, die Nordschleife in 5 Minuten und 19 Sekunden abzufahren. Dabei handelt es sich allerdings um einen reinrassigen Rennwagen. 

Das schnellste Elektroauto auf der Nordschleife kommt aus dem Hause VW. Der Rennfahrer Romain Dumas schaffte die Runde in einem ID.R in 6:05,336. 

Bei den straßenzugelassenen Fahrzeugen lag Porsche mit dem Porsche 911 GT2 RS lange vorne und wurde erst 2022 vom Mercedes-AMG One abgelöst. Hier liegt die Bestmarke aktuell bei 6:35,18 Minuten. Die Top-Position kann Porsche derzeit auch noch für die Kategorie „SUV“ für sich beanspruchen, denn mit einem Cayenne Turbo GT gelang die Umrundung in 7:39,9 Minuten.

Quellen: Porsche, Tesla