Bundesarbeitsagentur: Saisontypische Entwicklung: Mehr Arbeitslose im Dezember

Ob Gärtner, Bauarbeiterinnen oder Helfer in der Landwirtschaft: Außenberufe sind in den Wintermonaten weniger gefragt. Das spiegelt sich auch in den Thüringer Arbeitslosenzahlen wider.

Der Winter hat bereits saisontypische Auswirkungen auf den Thüringer Arbeitsmarkt mit sich gebracht: Die Arbeitslosenzahl ist im Dezember etwas gestiegen. Mit 65.500 waren 1500 mehr Menschen ohne Arbeit als im November, wie die Regionaldirektion der Bundesarbeitsagentur am Mittwoch mitteilte. Damit lag die Arbeitslosenquote zum Stichtag 13. Dezember bei sechs Prozent, im November betrug sie 5,8 Prozent. „Wie üblich um diese Zeit kam es verstärkt zu Freisetzungen in den Außenberufen“, sagte Regionaldirektionschef Markus Behrens. Vor allem Männer seien davon betroffen gewesen.

Auch deutschlandweit stieg die Zahl der Arbeitslosen im Dezember im Vergleich zum November um 31.000 auf 2,637 Millionen Menschen. Damit erhöhte sich die Arbeitslosenquote um 0,1 Punkte auf 5,7 Prozent. Verglichen mit anderen Bundesländern lag die Thüringer Arbeitslosenquote über der von Schleswig-Holstein sowie Niedersachsen und gleichauf mit Brandenburg. In den anderen Ost-Bundesländern war die Quote höher als in Thüringen.

„Arbeitgeber halten sich in den Wintermonaten insbesondere in den Außenberufen bei Neueinstellungen zurück“, sagte Behrens. Vor allem Langzeitarbeitslose hätten es so schwer, einen Job zu finden. Auch deren Zahl stieg an: Rund 22.600 Frauen und Männer waren im Dezember in Thüringen länger als ein Jahr ohne Arbeit. Das waren rund 400 mehr als im November 2023 und 2700 mehr als im Dezember 2022. Damit machten die Langzeitarbeitslosen im nun vergangenen Dezember 34,5 Prozent an allen Arbeitslosen aus, Ende 2022 waren es 33 Prozent gewesen.

Saisontypisch sei auch, dass es weniger Menschen gelang, den Schritt aus der Arbeitslosigkeit in eine Beschäftigung zu gehen, so Behrens. Zwar fassten im Dezember 2900 zuvor arbeitslose Frauen und Männer neu Fuß in einem Job – das waren den Angaben nach allerdings 800 weniger als im November.

Die schwächelnde Konjunktur, gestiegene Bauzinsen und gestiegene Rohstoffpreise ließen viele Unternehmen bei Personalentscheidungen verhaltener agieren. „Die Unternehmen reagieren auf eine Wirtschaftsflaute weniger mit Kündigungen, sondern halten sich bei Neueinstellungen zurück“, so Behrens.