Sieben Tipps: Dry January: Wie Sie gut durch einen Monat ohne Alkohol kommen

Das Bierchen in geselliger Runde oder der Wein zum Abendessen  – für viele gehört Alkohol zum Alltag, ist Routine. Der Dry January soll helfen, diese Gewohnheiten zu durchbrechen. Doch wie durchalten, wenn das Wasser fad schmeckt und das Verlangen nach einem Drink groß ist?

Gute Vorsätze zum Start des neuen Jahres sind beliebt – vier von zehn Deutschen haben sich im vergangenen Jahr etwas vorgenommen, wie eine Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK zeigt. Die repräsentative Befragung wurde durch Forsa vorgenommen. Es wurden 1006 Menschen in Deutschland Mitte November befragt. Die meisten Deutschen wollen mehr Zeit mit der Familie und ihren Freund:innen verbringen (65 Prozent). Doch auch der Wunsch, weniger Alkohol zu trinken, steht bei rund jedem Fünften auf der Vorsatzliste. Der Start in ein Leben mit weniger Alkohol markiert für immer mehr Menschen der „Dry January“ – also der vierwöchige Verzicht auf Alkohol. 

Nüchtern ins neue Jahr zu starten, diese Idee stammt aus Großbritannien – daher auch der englische Name „Dry January“. Initiiert hat die Challenge zum Jahresbeginn vor ein paar Jahren die britische gemeinnützige Organisation „Alcohol Change UK“. Mittlerweile ziehen immer mehr Länder nach – in Deutschland gab es die erste offizielle Dry-January-Kampagne 2023, organisiert vom Blauen Kreuz

Spätestens in Gesellschaft kann die Verlockung groß sein, ein Feierabendbierchen oder eine Runde Cocktails mitzutrinken. Wer ein paar Tipps beherzigt, hat trotzdem gute Chancen, nicht schon auf halber Strecke schlappzumachen.

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Sieben Tipps zum Dry January

Sich den Vorsatz aufschreiben/laut aussprechen

Es hört sich banal an, aber wenn wir aufschreiben, dass wir beim Dry January mitmachen wollen oder es gar Freund:innen erzählen, lässt dies das ganze Vorhaben deutlich realer erscheinen. Und es lässt sich nicht so leicht kneifen, wenn man erstmal das eigene Vorhaben in die Welt hinausposaunt hat.

Sich einen Dry-January-Kumpanen suchen

Manchmal ist es gar nicht so einfach, alleine ein neues Vorhaben durchzuziehen. Es fühlt sich so an, als sei man die einzige Person auf der Welt, die die Schnapsidee hatte, das Jahr mit so einer Herausforderung zu starten. Wer sich eine Freundin oder einen Freund sucht und gemeinsam zu Jahresbeginn auf Alkohol verzichtet, hat es aus zwei Gründen leichter: Zum einen gibt es einen Leidensgenossen, dem man erzählen kann, warum man jetzt gerne ein Bier trinken würde, und zum anderen fällt es durch die soziale Verpflichtung schwerer, einfach das Handtuch zu werfen.

Ein Spiel daraus machen

Wer den alkoholfreien Monat zu einer Art Wettkampf macht, hat dabei vielleicht mehr Spaß. Die britische Organisation Alcohol Change UK bietet eine kostenfreie App für iOS und Android an, die den Monat ohne Alkohol begleiten kann. Hier müssen sich die Jahresanfangsabstinenzler allerdings erst mit ihrer Mailadresse, Namen und Land registrieren. Dann können persönliche Ziele gesetzt, ein Quiz zum Alkoholkonsum gemacht und eingetragen werden, wie stark der Alkoholverzicht bereits den Geldbeutel geschont hat.

Einen leckeren Drink trinken

Wird das Verlangen nach einem Aperol Spritz oder einem guten Cocktail zu groß, bieten alkoholfreie Pendant eine echte Alternative. Die Palette an alkoholfreiem Gin, Wein, Aperol etc. ist mittlerweile recht groß. Auch in immer mehr Bars stehen anständige alkoholfreie Mocktails auf den Karten – und niemand ist gezwungen, eine undefinierbare süße Plörre hinunterzuwürgen.

Sich die positiven Wirkungen des Alkoholverzichts vergegenwärtigen

Eine Studie aus dem Jahr 2018 veröffentlicht im „British Medical Journal“ hat mit 94 Teilnehmenden und einer Kontrollgruppe von 47 Personen den positiven Effekt von einem Monat Alkoholverzicht angeschaut. Schon die kurze Auszeit senkt den Blutdruck, reduziert das Diabetesrisiko und senkt den Cholesterinspiegel. Zu bedenken ist allerdings, dass hier nur mit einer kleinen Teilnehmerzahl geforscht wurde und der Effekt an gesunden Personen untersucht wurde, die mehr als die empfohlene Menge Alkohol zu sich nehmen. Außerdem bemerkten 800 Teilnehmende des Dry January in einer Untersuchung aus dem Jahr 2018, eine bessere Haut, Gewichtsverlust, mehr Energie, eine bessere Konzentrationsfähigkeit und einen besseren Schlaf zu haben.

Statt Alkohol trinken, ein Hobby beginnen

Manchmal hilft es auch einfach, sich abzulenken. Wer also das Verlangen nach einem Bier in der Lieblingskneipe verspürt, könnte stattdessen ein neues Hobby ausprobieren. Sie wollten schon immer mal Gitarre spielen? Einen Tanzkurs machen? In einen Basketballverein gehen? Dann ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt, um damit anzufangen!

Sich daran erinnern, dass der Verzicht auch auf lange Sicht etwas bringt

Wer vier Wochen im Januar auf Alkohol verzichtet, scheint auch danach ein gesünderes Trinkverhalten an den Tag zu legen. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest eine Studie der University of Sussex. Die mehr als 4.000 Dry-January-Teilnehmenden berichteten ebenso von einem gesteigerten Wohlbefinden.

Und: Bis ein neues Verhalten eine Gewohnheit wird, dauert es zwischen 21 und 60 Tage. Gehen wir vom Idealfall aus, lässt sich mit dem kurzzeitigen Alkoholverzicht also eine neue Gewohnheit etablieren – keinen oder weniger Alkohol zu trinken.